Agenda
22. September 2022
BASELBIETERINNEN – 33 PORTRÄTS
Vernissage mit den Autorinnen Marianne Ingold und Barbara Saladin und der Fotografin Cornelia Biotti-Krähenbühl.

Donnerstag, 22. September 2022, 19:30 Uhr
Kantonsbibliothek Baselland, Liestal

Hier der Veranstaltungslink
 
24. September 2022
Foodsavebankett Basel
24. September 2022, Kasernenareal Basel
17 - 21 Uhr, Festessen um 18 Uhr

Ständerätin Maya Graf als Gastgeberin
 
25. September 2022
Eidgenössische Abstimmung zur AHV21 Reform
Frauenkomitee «Gleichstellung zuerst – Nein zur AHV21 Reform»
MK vom 22.8.2022 Frauenkomitee AHV21 Nein

Zuerst die tatsächliche Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt, dann die AHV–Reform
Von Maya Graf, Ständerätin Grüne BL, Co-Präsidentin alliance F

Für Menschen mit kleinen Einkommen und viele Selbständigerwerbende ist die AHV-Rente entscheidend für ein würdiges Rentenalter. Für ein Viertel aller Frauen ist sie sogar die einzige Altersvorsorge. Deshalb müssen wir die AHV finanziell sichern und sie stärken. Und es gilt die Realität auf dem Arbeitsmarkt zu berücksichtigen. Heute ist ein Jahr vor dem Rentenalter noch knapp die Hälfte der Männer und Frauen überhaupt erwerbstätig. Und die 60 bis 64-Jährigen sind schon heute die Altersgruppe mit der höchsten Arbeitslosenquote. Davon sind auch die Frauen betroffen.
Die Frauen müssen nun ausgerechnet die Sanierung der AHV stemmen, obwohl sie bereits heute einen Drittel weniger Altersrente beziehen als die Männer und vielen Benachteiligungen in der Arbeitswelt begegnen? Auf den ersten Blick erscheint die formale Gleichstellung der Geschlechter zwar zeitgemäss, doch auf den zweiten Blick hapert es gewaltig mit der tatsächlichen Gleichstellung in der Arbeitswelt. Die geplanten Rentenkürzungen der AHV21-Reform würden die meisten Frauen hart treffen.

Es beginnt bei der Lohnungleichheit. Laut der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik besteht eine unerklärbare Lohndifferenz von 8 Prozent zwischen den Geschlechtern. Erwerbstätigen Frauen fehlen also im Durchschnitt 684 Franken Lohn pro Monat, nur aufgrund ihres Geschlechtes. Fehlender Lohn bildet keine Rente! Frauen erhalten heute vor allem aufgrund der 2. Säule im Durchschnitt 37 Prozent weniger Rente als Männer. Ihre mittlere Pensionskassenrente beträgt sogar nur die Hälfte. Doch die dringende BVG-Reform lässt auf sich warten. Es ist dringend, dass Teilzeit, kleine Einkommen und Mehrfachbeschäftigung in der 2. Säule besser versichert werden, indem vor allem endlich der fixe Koordinationsabzug abgeschafft wird.

Zweitens ist Altersarmut weiblich. Frauen beziehen schon bei Rentenantritt doppelt so häufig Ergänzungsleistungen, ab 55 Jahren sind sie dreimal so oft von Unterbeschäftigung betroffen. Sie leisten zu zwei Dritteln die unbezahlten Arbeiten rund um Pflege und Betreuung. Dafür unterbrechen sie ihre Erwerbsarbeit, arbeiten vielfach Teilzeit oder im Tieflohnsegment und stehen folglich im Alter auf der Verliererinnenseite.

In der Bilanz fehlen Frauen also sowohl die Zeit als auch gute Jobs, um ihre Rentenlücke bis zur Pensionierung zu schliessen. Ein Jahr früher in Rente zu gehen, ist für viele eine Kompensation ihrer Nachteile beim Ersparen der eigenen Altersvorsorge, auch weil unser Rentensystem bis heute auf das Ernährermodell (100% Erwerbsarbeit bis zur Pensionierung) ausgerichtet ist. Deshalb ist die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter in der Arbeitswelt, die Anpassung an die Realitäten im Arbeitsmarkt sowie die BVG-Reform die notwendige Vorbedingung für eine Erhöhung des Rentenalters: Daher sage ich heute Nein zu dieser verfrühten und unfairen AHV21-Reform!

Treten Sie dem Frauenkomitee Nein zur AHV21 bei
 
 
 
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